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Vermögensrechner mit jQuery und der Google Visualization API

In der letzten Zeit stolpere ich immer wieder über verschiedene Blogs auf denen quasi live dokumentiert wird wie sie ihre finanzielle Unabhängigkeit erreichen wollen. Die Blogs heißen “Die erste Million“, “Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit“, “DREIHUNDERTTAUSEND” oder “MILLIONÄR 7“. Die generelle Idee dahinter ist, dass man genügend Geld anspart um nur von den Zinsen leben zu können.

finanzblogslogo1

Gerade auf dem letzten Blog, Millionär 7, wird in einem der letzten Beiträge erklärt wie man das erreichen kann: Man definiert einen Betrag mit dem man monatlich über die Runden kommt, multipliziert diesen mit 150 um anschließend mit einer Rendite von 8% davon leben zu können. Dort ist die Rechnung 2000 * 150 = 300000 EUR. Hat er also 300000 Euro angespart kann er nur von den Zinsen allein leben und bräuchte nicht mehr zu arbeiten. Das ist das erklärte Ziel.

Nun kommen wir zum eigentlichen Blog Artikel. Ein Kollege von mir, Peter Trumpp, hat vor einiger Zeit in einem Anflug von Entwicklungs- und Tatendrang ein kleines Utility mit der JavaScript Bibliothek jQuery und der Google Chart API Google Visualization API erstellt welches einem genau das oben erklärte Ziel der finanziellen Unabhängigkeit visuell darstellen soll. Herausgekommen ist ein beeindruckendes kleines Utility mit dem Namen “Vermögensrechner” mit dem man ein wenig herumspielen und herausfinden kann wie lange das eigene angehäufte Barvermögen reichen wird bzw. welches Barvermögen man bräuchte um eine finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Das Tool habe ich auf einer extra Seite unter der URL http://webthreads.de/vermoegensrechner online gestellt aber auch gleich hier im folgenden eingebettet damit man direkt ein wenig rumspielen kann:

Die Berechnung der einzelnen Werte für den Chart ist einfach gehalten und wird mit JavaScript durchgeführt. Daher kann es auch zu Rundungsfehlern führen was wiederum den Chart selbst beeinflusst. Dieses Verhalten kann man auch in der folgenden Beispielrechnung erkennen:

Beispielrechnung für eine monatliche Bargeldentnahme von 2000 Euro

In dem Millionär 7 Blog wurde beschrieben, das das gesteckte Ziel ist mit 300000 Euro Gesamtvermögen und 8% Rendiete monatlich 2000 Euro zu erhalten und von diesen ohne weitere Arbeit zu leben. Mit der einfachen Rechnung auf Papier müsste der Betrag von 300000 über die Jahre gleich bleiben und die Rechnung somit aufgehen. Nehmen wir diesen Rundungsfehler in der JavaScript Berechnung als Schwankung in der nicht immer gleichbleibenden Rendite und somit sähe der Chart wie folgt aus:

300000 Euro Gesamtvermögen und 2000 Euro monatliche Entnahme bei 8% Rendite

Insgesamt geht der Chart also nach unten und das Vermögen verkleinert sich – sehr ernüchternd. Mit diesem Betrag kann er also 33 Jahre ohne Arbeit leben – die Inflation ist übrigens noch nicht einberechnet. Da eine solche nach unten zeigende Kurve sehr unschön ist schrauben wir ein wenig an einem Parameter uns erhöhen bei gleichen Konditionen das Startkapital um eine positive Kurve zu erhalten. Man benötigt somit 335000 Euro um die Kurve nach oben zu treiben und ist nach den gleichen 33 Jahren wie oben nun bei ca 429000 Euro:

finanzunabchart2

Das ganze sieht schon wesentlich besser aus. Baut man jetzt allerdings eine Inflation von 2,5% ein schafft man mit dem Gesamtbetrag von 335000 Euro nur noch 23 Jahre bis das Geld aufgebraucht ist:

finanzunabchart3

Somit brauchen wir wieder eine Grundkapitalerhöhung um eine positive Kurve zu erreichen. Diesmal muss auf 465000 Euro aufgestockt werden um eine nicht abfallende Kurve zu erhalten:

finanzunabchart4

Die hier dargestellte Rechnung ist sehr einfach gehalten. Die Inflation ist mit konstanten 2,5% und die Rendite mit 8% berechnet. Beide werde sind sehr positiv. Auch wurde kein extra Betrag berücksichtigt der jährlich für z.B. einen Urlaub entnommen wurde. Aber es ist immerhin ganz erstrebenswert überhaupt mal einen Betrag zu sparen und dafür Zinsen zu erhalten ;)

Nun nochmal kurz zurück zu dem eigentlichen Utility. Der “Vermögensrechner” ist mit Hilfe von jQuery und der Google Chart API erstellt worden. Vor allem die Google Chart API ist sehr beeindruckend. Und das man damit auch sehr schöne Utilities erstellen kann hat Peter Trumpp mit seinem Vermögensrechner gezeigt.

Ein kleiner Hinweis am Ende: Der Vermögensrechner hat keinerlei Anspruch exakte Zahlen und Charts aufzuzeigen. Vielmehr ist er eine Demonstration der verwendeten Technologien.
Der Vermögensrechner ist ab sofort unter der URL http://webthreads.de/vermoegensrechner zu erreichen und rechts im Menü unter “Specials” zu finden.

Es besteht auch die Möglichkeit den Vermögensrechner als Google Widget zu installieren:
Add to Google
(Benötigt allerdings ein größeres Layout oder eine eigene iGoogle Seite)

12 Kommentare zu 'Vermögensrechner mit jQuery und der Google Visualization API' »»


Kommentare

  1. Kommentar by Peter T. | 05.03.2009 at 11:50:00

    Soviel Fame … oh mein Gott ;-) Ist übrigens nicht Google Chart API, sondern Visualization API (http://code.google.com/intl/de-DE/apis/visualization/). Zumindest unter FF ist das netter, da clientseitig. Bei Nutzung des Chart APIs, was natürlich auch ginge, würde jeweils ein neues Bild vom Server geladen werden müssen … Frohes Weitersparen – und nicht verzweifeln: 800.000 Euro müssten reichen ;-)

  2. Kommentar by Peter T. | 05.03.2009 at 12:00:56

    Die beschriebenen Abweichungen sind übrigens nicht (nur) rundungsfehlerbedingt. Vielmehr habe ich mir das Leben dadurch einfacher gemacht, dass ich in meinem Modell am Jahresanfang das gesamte für das Jahr benötigte Geld abbuche. Dieser Betrag wird damit dann natürlich auch nicht mehr mitverzinst. Wenn Du das Beispiel aus dem BLOG simulieren möchtest, dann müsste Du mit “324000 Euro” Startkapital arbeiten. Dann reicht es tatsächlich für immer. Dieses Modell ist natürlich stark vereinfacht, denn man würde ja am Jahresanfang nur das Geld für Januar abheben und den Rest stehen lassen, auf dass er Zinsen bringt ;-) Aber auch der BLOG-Schreiber arbeitet natürlich mit einer Vereinfachung: Wenn ich 300k habe, muss ich ein Jahr warten, bis mit die Bank die 24k Zinsen zahlen wird. Oder bei monatlicher Zinszahlung zumindest einen Monat …

  3. Kommentar by Markus Kühle | 05.03.2009 at 13:05:20

    Habe im Artikel jetzt auf die Visualization API hingewiesen (ich hätte doch den JS Code genauer untersuchen sollen ;)).

    Und hier nochmal der angepasste Chart mit 324000 Euro als Startkapital und in der Tat kommt das gewünscht Ergebnis raus. Der Hinweis mit dem Rundungsfehler bei der JavaScript Funktion bleibt dennoch gültig obwohl dieser sich nicht deutlich auf die Formel auswirkt.

    finanzunabchart5

    Aber da die ganze Rechnung eh sehr vereinfacht reicht ja auch nur die grobe Summe die für die eigene finanzielle Unabhängigkeit benötigt wird. Ob 20k plus oder minus spielt da eigentlich keine große Rolle =)

  4. Kommentar by Gedanken Blogger | 05.03.2009 at 22:32:41

    Nette Nutzung der API. Die Modellrechnung wurde aber leider ohne unseren lieben Fiskus gemacht. Von den Zinsen, die mit 8% sicherlich ein wenig hoch gegriffen sind, müssen im Jahr noch 25% Steuern zzgl. Kirchensteuer und Soli also rund 28% abgezogen werden. Dann kommen wir der Realität vielleicht noch wenig näher. Ab wie heißt es so schön, man kann nicht früh genug mit dem Sparen anfangen. Jetzt müsste man einmal ausrechnen wie lange man sparen muss um 300.000€ zu erhalten, wenn man ca. 200,- Euro im Monat beiseite legen kann. ;-)

  5. Kommentar by Marc | 06.03.2009 at 10:15:13

    Einem jeden, der jetzt in die Hände klatscht, sei dieses Buch nahegelegt:
    http://www.amazon.de/Genug-Wie-Welt-Überflusses-entkommen/dp/3431037623/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1236330726&sr=8-1

    Ernsthaft. Ein wirklich gutes Buch zum Überdenken der eigene Lebenseinstellung!

  6. Kommentar by Sven | 07.03.2009 at 09:39:55

    Da hat der Gedanken Blogger den wichtigen Punkt genannt, der bei der Berechnung fehlt. Auch die Krankenkasse wurde nicht bedacht, die ebenfalls mit 2000 € Entnahme kaum zu schultern sein dürfte, da ja der stützende Arbeitgeberanteil fehlt. Somit rückt das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit erst einmal wieder in so weite Ferne wie auch eine Verzinsung von 8%.

    Derzeit bieten die Banken ja 1.75%, das dann nötige Kapital für ein sorgenfreies Leben mag ich gar nicht erst ausrechnen.

  7. Kommentar by Peter T. | 07.03.2009 at 10:48:35

    Und jetzt wurden auch noch die JS-Libs umgezogen und es geht gar nix mehr ;-0

    http://ui.jquery.com/testing/jquery-1.3.1.js ==> http://ajax.googleapis.com/ajax/libs/jquery/1.3.2/jquery.min.js

  8. Kommentar by Markus Kühle | 07.03.2009 at 11:16:48

    Habe jetzt auf das Google Widget umgestellt. Zu dem jQuery Libs – habe mich da auch wirklich gewundert warum du nicht gleich auf die bei Google liegenden Libs gegangen bist.. ;)

  9. Kommentar by Markus Kühle | 07.03.2009 at 11:21:19

    @Gedanken Blogger: Die Rechnung mit den 200 Euro im Monat beiseite legen sollte man lieber lassen und sich statt dessen das vorgeschlagene Buch von Marc besorgen – ich glaube das hilft einem mehr =)

  10. Kommentar by Peter T | 07.03.2009 at 14:33:30

    @Markus: Da Du ja die schönen neuen Farben so furchtbar fandest, nun also wieder die neutralere Farbvariante ;-)
    Dafür aber jetzt konfigurierbar, entweder in iGoogle selbst oder bei syndication über zusätzliche URL-Parameter (…&up_color1=#ff0000&up_color2=#0000ff…).

  11. Kommentar by Markus Kühle | 07.03.2009 at 20:02:38

    Aahh.. sieht doch wieder hübscher aus =)

  12. Kommentar by Herk | 10.03.2009 at 22:14:10

    Es sieht aus als wäre die ganze Sache noch etwas ausbaufähig, aber ich bedanke mich doch für den Tipp. Gerade in Zeiten wie diesen mag so ein kelines “Programmchen” ganz praktisch sein. Oder doch eher nicht, da Geld in den nächsten Jahren doch noch massig an Wert verlieren wird? – Die Frage bleibt wohl noch offen.


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